Mein Tesla Erfahrungsbericht

Die Entscheidung sich ein Elektroauto anzuschaffen, ist noch mit sehr viel Skepsis behaftet. Der wichtigste Faktor ist natürlich die Reichweite, dazu stellt sich immer auch noch die Frage, wie und wo man tanken tanken kann und wie viel Zeit dafür benötigt wird? Rechnet sich außerdem der hohe Anschaffungspreis? Denkt man genauer über das Thema Elektroauto nach, dann kommen einige Fragen auf.

In meinem Erfahrungsbericht möchte ich euch meine Erfahrungen mit Elektroautos mitteilen. Beruflich elektrisch unterwegs zu sein, war für mich bis dato kein Problem, ein Außendiensttermin – hin und retour – da kam nie der Stressfaktor des Ladens auf. Daher nahm ich eine Dienstreise nach Salzburg zum Anlass mir einen Tesla auszuleihen und mir wirklich ein Bild davon zu machen, wie es ist, ein Elektroauto auf längere Strecke zu fahren. In Summe hatte ich den Tesla nun von Mittwoch Abend bis Montag Früh, also fast ganze 5 Tage.

Fakten zum Trip: 

  • Mühlviertel via Linz nach Salzburg
  • Von Salzburg nach Steyr
  • von Steyr via Linz zurück ins Mühlviertel

Sind in Summe laut Google Maps: 363 km

Voller Vorfreude startete ich meinen Trip am Mittwoch Abend nach getaner Arbeit. Voll getankt fuhr ich los nach Hause und hatte auch bereits geplant am Abend meine Routine – ins Fitnessstudio zu gehen – einzuhalten. Zuhause angekommen musste jeder gleich mal staunen und sich den Tesla von innen ansehen. Es ist doch immer noch eine Attraktion mit so einem Auto in der Siedlung aufzutauchen 🙂

Naja, nach der ganzen Aufregung bei uns zu Hause und ein paar Runden mit den Nachbarn, ging es dann weiter ins Fitnessstudio. Das ist ca. 15 km entfernt und eine Elektrotankstelle mit zwei Ladestationen ist direkt vorm Eingang des Sportparks. Aber leider war mir die Tankstelle nicht vergönnt, eine e-Golf Fahrerin war schneller und bekam den letzten Platz zum Tanken. Daher konnte ich während meines Aufenthalts im Gym nicht auftanken. Okay, dann musste ich wohl oder übel über Nacht zu Hause auftanken, damit ich vollgetankt am nächsten Morgen nach Salzburg fahren konnte.

Wieder zu Hause angekommen kümmerte sich mein Mann um die Stromversorgung des Teslas. Einen Starkstromanschluss haben wir zwar im Keller, aber das Kabel war zu kurz und ein Verlängerungskabel hatten wir leider nicht. Daher musste der Tesla mit einem normalen Stromkabel aufgeladen werden. Dauert zwar viel länger, aber mit der Ladung über Nacht, geht sich der Trip nach Salzburg am nächsten Tag sicher locker aus. So mein Gedanke!

 

Das böse Erwachen am Donnerstag Morgen

Tja, der Tesla hatte nicht geladen! Und am Display zeigte er nur noch eine Reichweite von ca. 201 km an. Aber zum Konferenzort waren es 157 km, also war mir bereits klar, dass das knapp werden könnte. Gott sei Dank hatte ich zuvor fleißig recherchiert, ob dann vor Ort Tankstellen zur Verfügung stehen. (Sollte ich nur mehr ganz knapp dorthin kommen.) Meine größte Angst war mit der Reichweite nicht auszukommen, da man mit einem Verbrennungsmotor dieses Problem einfach nicht hat. Man zählt keine Kilometer oder wie weit etwas entfernt ist. Man steigt ein und fährt einfach.

Aber kein Problem für den Tesla, der berechnete mir gleich nach Eingabe des Zielortes, dass ich mit einer Restreichweite von nur 5% in Salzburg ankommen werde. Spätestens da kam leichte Panik bei mir auf, jedoch wusste ich durch Recherche vorab wo sich Tankstellen befinden. (In St. Georgen im Attergau ist ein Tesla Super Charger.) Laut Berechnung von Tesla schaffe ich mit dem Zwischenstopp beim Super Charger es locker und leicht mit fast 50% des Akkus bis zum Veranstaltungsort und dann noch weiter zum Hotel. Ich wusste zwar, dass am Parkplatz des Veranstaltungsortes vier Ladestationen sein müssten, aber nach dem Fitnessstudio Ladedrama, wusste ich, darauf kann man sich einfach nicht verlassen. Daher war mir wichtig, dass ich mit genug Reichweite in Salzburg ankomme.

Ein weiterer Aspekt ist die Außentemperatur bei Elektroautos. Wenn diese recht kalt ist und man dadurch Heizung, Sitzheizung, etc. benützt, dann verringert sich die Reichweite. An diesem Wochenende waren es jedoch meist um die 0 Grad, daher war die Angabe auch nicht ganz zuverlässig. Darum war mein Motto „lieber mehr im Tank, als zu wenig“ 🙂

Tatsächlich traf es dann auch am Veranstaltungsort so ein wie bereits gedacht, dass ich die Elektrotankstelle nicht auffinden konnte. Daher musste ich einfach ganz normal parken, aber das war mir nach dem Zwischenstopp beim Super Charger und 50% im Akku relativ egal. So konnte ich beruhigt die Konferenz besuchen. Am Abend fuhr ich ins Hotel, das ich extra mit „kostenloser Elektrotankstelle“ gesucht und gebucht hatte. Da es aber schon dunkel war, fand ich die Tankstelle wieder nicht auf Anhieb. Nach 3 Runden am Parkplatz und kurzer Panikattacke 😉 fand ich die Tankstelle und sicherte mir den letzten Parkplatz bei den Tankstellen. Ich kontrollierte nochmal die Ladetätigkeit am Touchscreen, damit auch wirklich getankt wurde und ging dann beruhigt schlafen.

 

Und das ganze wieder retour

Am nächsten Morgen war der Plan weiter nach Steyr zu fahren, da ich dort studiere. Damit sich der Trip auch komplett bis nach Hause wieder ausgeht, musste ich in St. Georgen beim Super Charger wieder zwischentanken. Dort legte ich wieder eine Pause von 30 Minuten ein, damit der Tesla wieder voll war. Diese Zeit nutze ich um zu lernen, da ich an diesem Tag eine Klausur hatte. Die Pause empfand ich eigentlich gar nicht als so tragisch oder störend. Eine nette kleine Zwangspause zwischendurch.

Mit genug Reichweite im „Tank“ kam ich nach Steyr und wieder zurück nach Hause.  Zu Hause angekommen hatte ich immer noch ca. 100 km übrig. Die Rückfahrt war daher sehr angenehm und stressfrei, da sich meine Berechnungen mit Reichweite und Verbrauch ziemlich deckten. Nach 2 Tagen mit dem Auto hatte ich das Gefühl, dass ich den Dreh heraus habe und ich besser die Reichweiten und Ladezyklen einschätzen kann. Das wurde dann die nächsten Tage immer besser und man gewöhnte sich bereits an das Fahren mit dem Elektroauto.

Für die technisch Verliebten, hier die Hard-Facts des TESLA’s:

  • TESLA Modell S
  • von 0 auf 100 km/h in gerade mal 2,7 Sekunden
  • Reichweite laut Displayanzeige: 361 km (bei Volltankung und fast 0° Grad)
  • Autopilot-Funktionalität
  • 17-Zoll-Touchscreen als Kommandozentrale
  • elektrischer Allradantrieb (Dual Motor)
  • und noch ganz viele weitere Extras …
  • Hier findest du nähere Infos dazu: https://www.tesla.com/de_AT/models

 

Mein Fazit

Reichenweitenängste hatte ich anfangs schon, aber man kommt schnell in den Flow 🙂  Was man nicht unterschätzen darf ist, dass man in den Wintermonaten weniger Reichweite hat. Gerade im Mühlviertel das sehr hügelig ist, ist die Reichweite ein großes Thema wenn man längere Strecken fahren soll. Das bergauf fahren verbraucht schon einiges mehr. Bei einer Strecke von ca. 15 km hab ich das doppelte an Kilometerleistung benötigt. Jedoch ist es wiederum beim bergab fahren so, dass der Tesla wieder einspeist. Mit dem OnePedalDrive – also Beschleunigen und Bremsen mit nur einem Pedal funktioniert das Einspeisen ausgezeichnet. Denn sobald man vom „Gas“ runtergeht, bremst das Auto automatisch und spart wiederum Kilometer.

Freie Tankstellen empfand ich selbst als ein wirkliches Problem bzw. noch als Rarität. In Linz z.B. gibt es nur mehr wenige kostenlose Tankstellen die ohne „Karte“ funktionieren. D.h. wenn man ein Elektroauto besitzt muss man sich unbedingt so eine Karte besorgen und sonst sich um freie Tankstellen umsehen. Mein persönliches Fazit nach den 5 Tagen ist, dass es sehr wenig Tankstellen gibt und das Tanken selbst die größte Hürde ist, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Da macht mir die geringere Reichweite gegenüber einem Verbrennungsmotor weniger aus, wenn ich wissen würde, dass ich schnell weitere Kilometer „tanken“ könnte.

Am meisten aber hat mich die Beschleunigung (in nur 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h) begeistert, man hat das Feeling eines Sportwagens der dich beim Beschleunigen in den Sitz drückt. Es macht einfach richtig Spaß den Tesla Model S zu fahren!

Hoffe, dass keine Radarstrafen hereinfliegen 😉

 

by Johanna

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